Navigation

„Meet the Experts – Lebenswelten der Spätantike“

Lebenswelten der Spätantike - Die materielle Kultur der Spätantike und des frühen Christentums

 

Prof. Dr. Ute Verstegen: Lebenswelten der Spätantike – Begrüßung für FAU Studierende

(Link zum Videoportal der Friedrich-Alexander-Universität, das Video ist ohne Zugriffsbeschränkung zugänglich.)

 

„Christliche Archäologie“ oder „Christliche Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte“ ist ein sogenanntes „Kleines Fach“ in der deutschsprachigen Hochschullandschaft. Im „Corona“-Sommersemester 2020 haben sich die Fachvertreterinnen und Fachvertreter unter dem Titel „Meet the Experts“ zu einem innovativen Experiment zusammengeschlossen, um deutschlandweit im Rahmen einer gemeinsamen Vorlesungsreihe das weite Spektrum an Forschungsthemen aufzuzeigen, für das sie Expertise besitzen. Organisiert wird diese Vorlesungsreihe von der Fachgesellschaft, der „Arbeitsgemeinschaft Christliche Archäologie zur Erforschung der spätantiken, frühmittelalterlichen und byzantinischen Kultur e.V.“ (AGCA). Die Reihe enthlt zwei Formate: „Lebenswelten der Spätantike“ und „Lebenswelten in Byzanz“. Freuen Sie sich darauf, ganz ohne Wechsel des Hochschulstandorts diejenigen Forscherpersönlichkeiten kennenzulernen, deren Namen Sie aus der wissenschaftlichen Literatur kennen – hier kommen sie von Rom bis Göttingen und von Trier bis Wien per Video zu Ihnen nach Hause!

 

Video: Meet the Experts – Vorstellung der Referent*innen (Youtube-Link)

 

Diese Vorträge sind über das FAU-Videoportal abrufbar (teilweise Anmeldung über das IDM-Portal der FAU nötig!):

Zu Segobriga in der Spätantike liegen nun zwei Videos vor, die aufeinander aufbauen (Teil 1: Die Christianisierung der Stadt, Teil 2: Die Bauplastik der Stadt).

 

Dr. des. Jenny Abura: Segobriga in der Spätantike – Die Christianisierung der Stadt (Teil 1) (Video nach Anmeldung über das IDM-Portal der FAU abrufbar!)

Das Video über „Segobriga in der Spätantike“ handelt von den frühesten christlichen Zeugnissen der Stadt, die seit 1789 durch Grabungen zum Vorschein gekommen sind und hier in einer Zusammenschau präsentiert werden.

 

Dr. des. Jenny Abura: Segobriga in der Spätantike – Die Bauplastik der Stadt (Teil 2) (Video nach Anmeldung über das IDM-Portal der FAU abrufbar!)

Im zweiten Video zu „Segobriga in der Spätantike“ geht es um die Bauplastik der Stadt, die zwischen 1789 und 2009 bei verschiedenen archäologischen Untersuchungen geborgen und nun erstmals in ihrer Gesamtheit dokumentiert wurde. Daraus resultierende Forschungsergebnisse zu Werkstatt- bzw. Handwerkergruppen sowie zur Chronologie werden in dem Video vorgestellt.

Prof. Dr. Achim Arbeiter: Theodosius-Missorium (Video nach Anmeldung über das IDM-Portal der FAU abrufbar!)

 

In diesem Beitrag gibt Prof. Dr. Achim Arbeiter von der Georg-August-Universität Göttingen eine detaillierte Analyse und Einordnung des sog. Theodosius-Missoriums, einer silbernen Prunkplatte des 4. Jahrhunderts, die wohl in Konstantinopel hergestellt, aber in Spanien gefunden wurde.

Dr. Armin Bergmeier: Theophanien (Video nach Anmeldung über das IDM-Portal der FAU abrufbar!)

 

Der Vortrag untersucht das Aufkommen von Bildern des Göttlichen in der Spätantike unter Umgehung des alttestamentlichen Repräsentationsverbots. Forderten frühe Christen – oder solche die es werden wollten – zunächst schlicht Bilder Gottes, so ist bald ein Wandel festzustellen. Die apologetischen Schriften verweisen in der Regel noch auf die Landschaft als Bild Gottes. Ab dem vierten Jahrhundert finden sich jedoch Texte, die nichtmehr nach Bildern, sondern nach Visionen des christlichen Gottes fragen (bspw. in der Vita des ägyptischen Mönchs Pachomios). Ein ähnliches Phänomen ist in der Bildproduktion festzustellen. Bilder des irdischen Jesus machen visionären Darstellungen des göttlichen Christus Platz. Diese konnten das Bilderverbot umgehen, da sie sich geschickt ins Gewand immaterieller und ephemerer visionärer Erscheinungen (Theophanien) hüllten. Der Vortrag zeichnet die Verbreitung dieser „Visionserwartung“ in der visuellen Kultur nach. Sie machte ein erwartetes, zukünftiges Ereignis in der spätantiken Gegenwart erfahrbar. Dieser Gegenwartsbezug wandelte sich im hohen Mittelalter, und die Bilder wurden im Westen als auch in Byzanz zunehmend zu endzeitlichen, eschatologischen Motiven umgedeutet.

Prof. Dr. Andrea Binsfeld / Dr. Hiltrud Merten: Das frühe Christentum in Trier (Video nach Anmeldung über das IDM-Portal der FAU abrufbar!)

 

Die  Vorlesung von Prof. Dr. Andrea Binsfeld (Université du Luxembourg) und Dr. Hiltrud Merten (Museum am Dom Trier) behandelt die Lebenswelten der Spätantike und die materielle Kultur des frühen Christentums in Trier. Zu Beginn wird der historische Kontext erläutert, in dem sich das Christentum in Gallien und Germanien verbreitet hat. Der Fokus der Vorlesung wird dann auf den inschriftlichen Zeugnissen liegen.

Die etwa 1300 frühchristlichen Inschriften aus Trier, die zwischen dem 4. und 8. Jahrhundert entstanden sind, stellen eine unmittelbare Quelle für den Umgang mit dem Thema Sterben und Tod in der spätantiken Kaiserresidenz und in der frühmittelalterlichen Bischofsstadt dar. Am Beispiel der Untersuchung der sich in diesem Zeitraum wandelnden Bestattungssitten wird die Aussage der Inschriften in einen größeren Kontext gesetzt.

Eine Besonderheit sind die Graffiti, die innerhalb der frühchristlichen Kirchenanlage gefunden wurden. Diese Graffiti sichern nicht nur die Deutung der Bauanlage als Kirchenanlage, der Fundkontext erlaubt auch eine Datierung des Kirchenbaus spätestens um die Mitte des 4. Jahrhunderts. Ein besonderes Problem stellt die Interpretation der Graffiti dar: Geben sie uns Aufschluss über die Zusammensetzung der Trierer Christengemeinde oder handelt es sich um Besucher, um Pilger? Und warum haben sich Christen an exponierter Stelle in der Kirche verewigt?

Prof. Dr. Gunnar Brands: Antiochia (Video nach Anmeldung über das IDM-Portal der FAU abrufbar!)

 

Antiochia am Orontes gehörte neben Rom, Konstantinopel und Alexandria zu den größten Metropolen der hellenistisch-römischen Welt. Obwohl sie in den Schriftquellen gerne als Mustersiedlung ohne Fehl und Tadel geschildert wird, ist das spätantike Antiochia eine Metropole, die im Gefolge von Kriegen und Naturkatastrophen, aber auch von demographischem und ökonomischem Wandel einschneidende Stadtumbauten erlebte. Gunnar Brands (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) skizziert in seinem Beitrag die Stadtentwicklung und einige der archäologisch bislang kaum bekannten Bauten.

Dr. Sabine Feist: Architektur der Dunklen Jahrhunderte (Video nach Anmeldung über das IDM-Portal der FAU abrufbar!)

 

In diesem Vortrag werden die Besonderheiten der byzantinischen Sakralarchitektur der Dunklen Jahrhunderte, der Übergangszeit zwischen Spätantike und Mittelalter, thematisiert. Der Fokus liegt dabei auf der Frage, inwieweit der Kirchenbau dieser Zeit einerseits noch von Älterem geprägt ist, andererseits aber schon neue Wege beschritten werden.

Prof. Dr. Stefan Heid: Deposito Martyrum (Dieser Vortrag ist ohne Zugriffsbeschränkung zugänglich.)

 

Anhand des ältesten Märtyrerkalenders der Stadt Rom vom Jahr 336 (depositio martyrum) und anhand der Verteilung der frühesten, von Kaiser Konstantin initiierten Kirchenbauten innerhalb Roms (Lateran) und außerhalb der Stadt (auf den Friedhöfen) lassen sich die Grundprinzipien und Dynamiken bischöflicher Liturgie seit dem 3. Jahrhundert erfassen.

Lara Mührenberg M.A.: Konstruktionen von Geschlecht in der Spätantike (Dieser Vortrag ist ohne Zugriffsbeschränkung zugänglich.)

 

Wie haben die Menschen in der Antike Geschlecht und Geschlechterrollen konstruiert und begründet? Der Vortrag gibt Einblick in die paganen und christlichen Schriftquellen der Spätantike und verrät, ob es mehr gab als schöne Frauen und starke Männer und welchen Einfluss das aufkommende Christentum dabei spielte.

Dr. Alexander Tamm: Nordmesopotamien in sasanidischer Zeit (Teil 1) (Video nach Anmeldung über das IDM-Portal der FAU abrufbar!)

 

In diesem Beitrag geht Alexander Tamm (FAU Erlangen-Nürnberg) auf zahlreiche der neueren und noch weitgehend unbekannten Grabungen sasanidischer Siedlungen in den kurdischen Autonomieregionen des Irak ein. Vielfach lässt sich eine christliche Präsenz nachweisen, die eine Ausbreitung des Christentums in östlicher Richtung und das Miteinander verschiedener Religionen im Sasanidischen Reich belegt.

 

Dr. Alexander Tamm: Nordmesopotamien in sasanidischer Zeit (Teil 2) (Video nach Anmeldung über das IDM-Portal der FAU abrufbar!)

 

In diesem Video geht Alexander Tamm auf einige der seit längerer Zeit bekannte Grabungen im Nordirak ein, die spätantike Siedlungsschichten aufweisen. Die teilweise große Menge christlicher Fundstücke zeigt, dass Nordmesopotamien als eine der Kernregionen frühen Christentums im Sasanidischen Reich bezeichnet werden muss.

Dr. Norbert Zimmermann: Katakomben (Teil 1) (Video nach Anmeldung über das IDM-Portal der FAU abrufbar!)

 

Die erste Einheit „Römische Katakomben“ bieten einen knappen Abriss der Entstehungs- und Nutzungsgeschichte der Katakomben, einen Überblick über ihre Forschungs- und Dokumentationsgeschichte und stellt die Frage nach der Bedeutung dieser Monumente heute.

 

 

Dr. Norbert Zimmermann: Katakomben (Teil 2) (Video nach Anmeldung über das IDM-Portal der FAU abrufbar!)

 

Die zweite Einheit widmet sich der Katakombenmalerei und bietet eine Einführung in die Erfindung einer christlichen Ikonographie; dabei wird die Erfindung erster christlicher Bilder im Grabkontext und die Entwicklung eines Repertoires alt- und neutestamentlicher sowie theologischer Bilder nachgezeichnet. Auch hier wird abschließend die Frage nach der Bedeutung dieser Denkmalgattung heute gestellt.